HUMANOO | Gesunde Belegschaft - eine Führungsaufgabe?

Gesunde Belegschaft - eine Führungsaufgabe?

Gesunde Belegschaft - eine Führungsaufgabe?

Führungskräfte spielen eine ausschlaggebende Rolle in Unternehmen - und das nicht nur, wenn es um den Unternehmenserfolg geht. Arbeitsmotivation, Arbeitszufriedenheit oder die Fluktuation in der Belegschaft - all das wird vom Verhalten der Führungskräfte maßgeblich beeinflusst. Welchen Stellenwert das Verhältnis zum Vorgesetzten hat, zeigen die Ergebnisse einer Befragung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: Für Mitarbeiter, die den Arbeitsplatz gewechselt haben, war das Verhältnis zum Vorgesetzten ausschlaggebend (Bundesministerium für Arbeit und Soziales, 2015). Doch wie sieht es mit der Gesundheit der Mitarbeiter aus? Hat Ihr Verhalten als Führungskraft auch Auswirkungen auf das gesundheitliche Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter?

 Soziale Unterstützung als Schlüsselfaktor?

Wissenschaftliche Untersuchungen konnten einen Zusammenhang zwischen der Art der Führung und der psychischen Gesundheit feststellen. Fühlt sich der Mitarbeiter beispielsweise auch sozial seitens der Führungskraft unterstützt, werden Beanspruchungen als weniger belastend empfunden. Voraussetzung dafür ist allerdings die regelmäßige Anwesenheit und Erreichbarkeit der Führungskraft (Hollmann, 2011). Im Umkehrschluss können eine geringe soziale Unterstützung oder ein angespanntes Verhältnis zum Vorgesetzten die empfundene Belastung und daraus folgend das Burnout-Risiko erhöhen (Klemens, Wieland & Krajewski, 2004).

Aber auch die physische Gesundheit der Arbeitnehmer kann durch das Verhalten und den Führungsstil von Vorgesetzten negativ beeinflusst werden. Auch hierbei führt einer Untersuchung von Hoogendorn et al. (2002) zufolge fehlende oder geringe soziale Unterstützung zu einem höheren Risiko für muskuloskelettalen Beschwerden im Rückenbereich. Diese beispielhaften Untersuchungen zeigen also, dass das Verhalten von Vorgesetzten durchaus das gesundheitliche Wohlbefinden von ihren Mitarbeitern beeinflussen kann. Dabei scheint vor allem die soziale Unterstützung von Bedeutung zu sein. Doch welcher Führungsstil beinhaltet dies und ist somit der “gesündeste”?

Um diese Frage zu beantworten, folgt zunächst ein kleiner Ausflug in die Führungstheorie und eine Übersicht über verschiedenen Führungsstile:

 

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Wie sich welcher Führungsstil auf die Gesundheit der Mitarbeiter auswirkt, hat eine Studie der Universität St. Gallen untersucht. Danach hat  sowohl der transaktionale als auch der transformationale Führungsstil eine überaus positive Auswirkung auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter im Vergleich zu Unternehmen ohne einen ähnlichen Führungsstil. Noch besser schnitten allerdings jene Unternehmen ab, in denen nicht nur eine der beiden Arten vorkommt, sondern eine Kombination dieser Führungsstile vorherrscht.

Gesunde Führung war in den untersuchten Unternehmen am wenigsten verbreitet, wirkte sich aber auch positiv auf die psychische Gesundheit der Belegschaft aus (Bruch & Kowalevski, 2013). Doch was genau ist “gesunde Führung”?

 


 

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Gesunde Führung hat das Ziel, sowohl die Arbeitsplätze als auch die Arbeitsbedingungen gesund zu gestalten. Dadurch soll eine hohe Akzeptanz, ein positives Engagement sowie die Identifikation mit dem Unternehmen erreicht werden (Siegemund, 2017).

Für den Führungsstil bedeutet das, mehr Aufmerksamkeit für die gesundheitlichen Belange der Mitarbeiter zu entwickeln. Führungskräfte, die gesund führen möchten, sollten gesundheitliche Warnsignale der Mitarbeiter erkennen und entsprechend darauf reagieren. Diese Fähigkeit ist insbesondere bei den Vorgesetzten ausgeprägt, die selbst einen gesunden Lebensstil führen. Denn wer auf sich und seinen Körper achtet, kann auch besser entsprechende Signale bei anderen erkennen.

Außerdem haben Führungskräfte auch eine gewisse Vorbildfunktion. Wenn der Chef krank ins Büro kommt, wird häufig angenommen, dass genau dieses Verhalten auch von den Mitarbeitern erwartet wird (Bruch & Kowalevski, 2013). Somit hat sowohl der Führungsstil als auch das eigene gesundheitliche Verhalten der Führungskraft Auswirkungen auf die Gesundheit der Mitarbeiter.

All diese Dinge unter einen Hut zu bringen, ist in der betrieblichen Praxis nicht immer ganz einfach. Diplom-Psychologin und Expertin für gesunde Führung Ursula Dangelmayr gibt Ihnen hilfreiche Tipps für die Praxis. Lesen Sie jetzt das Interview.


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Gesunde Führung - Drei Tipps für die Praxis von Diplom-Psychologin Ursula Dangelmayr

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Literatur:

  • Bruch, H. & Kowalevski, S. (2013). Gesunde Führung. Wie Unternehmen eine gesunde Performancekultur entwickeln. Zugriff am 12.01.2017 unter http://www.topjob.de/upload/projekt/studie/TJ_13_Studie_GesundeFuehrung.pdf

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2015). Fachkräftesicherung und -bindung. Aktuelle Ergebnisse einer Betriebs- und Beschäftigungsbefragung. Zugriff am 18.12.2017 unter https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/monitor-fachkraeftesicherung-pdf.pdf?__blob=publicationFile&v=2

  • Hollmann, D. (2011). Mein Chef macht mich wahnsinnig - Gesunde Führung ein Oxymoron? Zugriff am 12.01.2018 unter http://www.corporate-health-netzwerk.com/wp-content/uploads/2015/09/Bertelsmann_Stiftung_Jahrbuch2011.pdf

  • Hoogendoorn, W. E., Bongers, P.M., de Vet, H.C.W., Ariens, G.A.M-, van Mechelen, W. & Bouter, L.M. (2002). High physical work load and low job satisfaction increase the risk of sickness absence due to low back pain: results of a prospective cohort study. Occupational and Environmental Medicine, 59, 323-328.

  • Klemens, S.; Wieland, R. & Krajewski, J. (2004). Fähigkeits- und führungsbezogene Risikofaktoren in der IT-Branche. In: Dokumentation des 50. Arbeitswissenschaftlichen Kongresses vom 24. bis 26. März 2004 in Zürich. Dortmund: GfA-Press.

  • Siegemund, B. (2017) Gesunde Führung - der Erfolgsfaktor für ein Betriebliches Gesundheitsmanagement in einer digitalisierten Arbeitswelt. In: Matusiewicz, D. (2017). Wiesbaden: Springer Gabler Verlag.

 

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